Ergebnisse zur Umfrage der NRV SH zur E-Akte und den Open-Source-Produkten
Im September 2026 hat die Neue Richter*innenvereinigung Schleswig-Holstein (NRV SH) eine online-Umfrage zu den aktuellen Erfahrungen von Richter*innen mit der eAkte in der schleswig-holsteinischen Justiz durchgeführt. An der Umfrage haben sich über 300 Richter*innen aus allen Gerichten beteiligt und in einer Vielzahl von umfangreichen Freitextanmerkungen die Schwachstellen der E Akte aufgezeigt. Hierfür möchten wir uns als NRV SH ganz herzlich bedanken und heute die ersten Ergebnisse bekanntgegeben.
Das aktuelle Ergebnis der Umfrage zur Einführung der eAkte in der Justiz zeigt – wie Sie aus dem unten zum Download angegebenen PDF entnehmen können – weiterhin massive Schwachstellen auf.
Die offenkundigen Mängel der eingesetzten Software bzw. deren Konfiguration stehen der nötigen Akzeptanz der elektronischen Akte durch die Kolleg*innen in weiten Teilen der Gerichtsbarkeiten diametral entgegen. Dort, wo wir Massengeschäfte zu bewältigen haben, an den Amts-, Sozialgerichten und auch den Staatsanwaltschaften, wird nach der vorliegenden Umfrage die Arbeitsfähigkeit der Gerichte erheblich beeinträchtigt und führt zu einem ganz erheblichen nicht akzeptablen Mehraufwand (24,3 % !!) und zu Verzögerungen bei der Erledigung der Arbeiten. Die Performance des Gesamtsystems wurde in allen Bereichen als zutiefst defizitär bewertet. 64 % der Befragten bewerten die Performance mit „eher schlecht“ bzw. „sehr schlecht“. Auch die Freitextantworten sprechen dafür, dass dieser Punkt zentral für den hohen Frustrationsgrad der Mitarbeitenden ist. Die NRV SH hat dies gestern im Innen und Rechtsausschuss faktenbasiert erläutert. Michael Burmeister, Erster Sprecher der NRV SH: „Es ist den Mitarbeitenden nicht zuzumuten, Tag für Tag in erheblichem Maße Arbeitszeit vor schleppenden Programmen, abstürzenden Computern und (nicht) ladenden Akten zu vertrödeln.“
Die NRV SH fordert als erste Sofortmaßnahme: Einsatz eines externen Beraterteams, das die IT-Abläufe und die vorhandenen IT-Strukturen zunächst mit dem kurzfristigen Ziel analysiert, die Performance zu verbessern.
Dies ist ausdrücklich keine Kritik an denjenigen, die mit hohem Einsatz und Engagement in den IT-Bereichen der Justiz großartige Arbeit leisten. Es ist aber Zeit für einen Blick von außen und eine externe Analyse und Problembehebung.
Sprecherrat der NRV Schleswig-Holstein
Dr. Katharina Bork Karen Bosserhoff Dr. Anne Pfister Verena Wege
Michael Burmeister Mark Eidam Dr. Ulrich Fieber Lars Werner


